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15. Tipp: Der richtige Dreh

Der richtige Dreh

Für eine effiziente Nutzung von Energie ist das Zusammenspiel von Mensch und Technik entscheidend. Damit es gelingt, sollte der Mensch wissen, was die Technik kann und wie sie funktioniert. So wie beim Heizkörperthermostat.


Das Wichtigste vorweg: Ein Thermostat funktioniert nicht wie ein Wasserhahn. Immer weiter aufdrehen, bringt also nicht das gewünschte Ergebnis. Mit einem Heizkörperthermostat regulieren wir die Raumlufttemperatur. Die Zahlen auf dem drehbaren Thermostatkopf stehen für gewünschte Temperaturen. Mit Stufe 1 kann ein Raum auf etwa zwölf Grad Celsius beheizt werden. Jede weitere Stufe bedeutet eine um etwa vier Grad höhere Raumlufttemperatur. Hier eine schnelle Übersicht:

Stufe 1: ca. 12 °C – beispielsweise für ein Treppenhaus geeignet

Stufe 2: ca. 16 °C – beispielsweise für das Schlafzimmer geeignet

Stufe 3: ca. 20 °C – beispielsweise für Wohnräume geeignet

Stufe 4: ca. 24 °C – beispielsweise für das Badezimmer geeignet

Stufe 5: ca. 28 °C – für Menschen, die es besonders warm haben möchten

Die Striche zwischen den Stufen entsprechen jeweils einem Grad Celsius. Die Einstellung auf ein Sternchen ist gegebenenfalls auch möglich, sodass die Raumtemperatur nicht unter sechs Grad Celsius  fällt. Damit soll das Einfrieren des Heizungswassers bei sehr geringen Außentemperaturen verhindert werden.

Doch wie funktioniert das eigentlich? Im drehbaren Thermostatkopf ist ein Ausdehnungselement verbaut. Dieses registriert die Lufttemperatur und reagiert darauf: Es dehnt sich aus, wenn es warm wird, und zieht sich zusammen, sobald es kalt wird.

Ist die Lufttemperatur geringer als die der eingestellten Stufe, so zieht sich das Ausdehnungselement zusammen. Dabei zieht es den Stift aus dem Ventil und das warme Heizungswasser kann in den Heizkörper fließen.

Das Heizungswasser fließt nun durch den Heizkörper und gibt dabei seine Wärmeenergie an die Raumluft ab. Dadurch steigt die Lufttemperatur im Raum.


Steigt die Lufttemperatur über die am Thermostatkopf eingestellte Zieltemperatur, so dehnt sich das Element aus und schiebt den Stift zurück in das Ventil.

Dann kann kein Wasser mehr in den Heizkörper fließen und die Lufttemperatur steigt nicht weiter an. Mit der Zeit sinkt die Raumtemperatur aufgrund von Wärmeverlusten durch Wände und Fenster.

Sobald die Temperatur unter den Zielwert am Thermostatkopf fällt, zieht sich das Element wieder zusammen und das Ventil öffnet sich erneut. So wird die eingestellte Temperatur automatisch gehalten.

Anders als bei einem Wasserhahn, der umso mehr Wasser abgibt, je weiter er aufgedreht wird, erwärmt sich ein Raum also nicht schneller, wenn eine höhere Heizstufe eingestellt wird. Er wird lediglich wärmer.

Ein Thermostat kann auch zeitlich unterschiedlich eingestellt werden. In der Nacht oder bei Abwesenheit muss ein Wohnzimmer nicht auf 20 °C oder mehr temperiert werden. Dann reichen eventuell 17 °C aus. Hauseigentümerinnen- und -eigentümer sowie Menschen, die Zugang zur Heizungsanlage haben, können solche Absenkungen auch über die Zentralheizung regeln.

Generell sollten Räume, vor allem im Winter, nach Möglichkeit mehrmals am Tag gelüftet werden, um die Gefahr der Kondensation durch geringere Raumlufttemperaturen zu minimieren. Gerade vor dem Zubettgehen sollten die Räume, in denen man sich zuvor aufgehalten hat, gelüftet werden. Dabei sollten die Thermostate abgedreht werden. Nach dem Lüften kann die Temperatur eingestellt werden, die über Nacht gehalten werden soll. Um beispielsweise 17 °C zu erreichen, wird der Thermostatkopf auf den ersten Strich hinter Stufe 2 gestellt.

Wer das Zusammenspiel von eigenem Verhalten und Technik verinnerlicht hat, kann Energie und Kosten sparen sowie die thermische Behaglichkeit in den Räumen verbessern.